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Image by Debby Hudson

Trauma - Ein Gefühlsportrait



Ich gehöre zu denen, die etwas mehr im Leben an Aufgaben bekommen haben.

Überleben, ja, überleben kann ich gut. Ich weiß, es gibt schlimmeres, aber ich weiß auch, dass es anders laufen kann.

All die Begebenheiten haben mich meine Fähigkeiten gelehrt, aber oft habe ich mich gefragt, ob andere Herausforderungen dies nicht sanfter hätten lehren können.


Die Details erspare ich dir, lieber Leser. Viel spannender ist, dass all der Mist, für den ich lange brauchte, um ihn zu verarbeiten, heilen konnte.

Das Gehirn kann umprogrammiert werden. Eine Tatsache, an die ich bis vor einigen Tagen noch nicht so richtig glauben konnte. Ich konnte es nicht fühlen, sagen wir mal so.


Mein Trauma - als ich zugelassen habe, dass es sein darf, dass es mir wehgetan hat, was passiert ist und ich mir erlaubte die Wut und Verzweiflung zu fühlen- wurde ein Teil meiner Identität.

Mit all den Facetten, die dies mit sich bringt, war ich die, der das passiert ist. Innerlich im Zwiespalt, immer in Habachtstellung, unsicher und immer erklärend. Zur Not zog ich die rote Karte – ich bin traumatisiert und habe eine Diagnose – sei lieb zu mir.


Es war meine Begründung für mich und mein Sein.


Ein Gefühl, wie eine frische, kalte, säuerliche Limonade in einem heißen Sommer. Ein Eisklumpen in meinem Bauch. Präsent, etwas unangenehm, aber auch irgendwie erfrischend lebendig. Ich war die, die überlebt hat, die, die aus all dem etwas Gutes kreiert hat und ich war mir sicher, dass ich geheilt bin.


Tatsächlich stellte ich in mir seit einigen Tagen eine Veränderung fest. Der erfrischende Eisklumpen schien geschmolzen zu sein. Es war eigenartig. Nichts hatte sich im Grunde verändert, bis auf eine Erkenntnis, die mir plötzlich in den Sinn kam: Mein Thema war immer mal wieder meine Mutter. Sie hatte nicht unmittelbar was damit zu tun. Es war vielmehr, der Vergleich zwischen uns, der gerne mal gesagt wird. „Das war damals, als ich klein war, auch nicht anders.“ – als Beispiel. Doch die Erkenntnis, dass man mich mit meiner Mutter, den Umständen in ihrer und meiner Kindheit nicht vergleichen konnte, war ein Aha-Moment. Das klingt total banal, aber es fühlt sich anders an. Wir sind zwei verschiede Menschen mit zwei verschiedenen Leben und Erfahrungen. Man kann uns nicht vergleichen, auch wenn man Ähnlichkeiten feststellt.

Diese lapidar erscheinende Erkenntnis hat dazu geführt, dass ich die Vergangenheit sehen konnte. Nicht mehr als das Kind, sondern aus meiner Perspektive als Erwachsene.


Und so gehe ich nicht mehr durch ein Schlachtfeld als Siegerin in diesem Kampf, sondern über eine Blumenwiese (die Blumenwiese ist eine meiner liebsten Erinnerungen aus meiner Kindheit).

Überall ist Leben. Ich bin erwachsen und ich sehe die Ruine der Vergangenheit. Sie ist friedlich, still und das Leben wächst über ihr und durch sie hindurch.

Keine Leichen, keine Dramen, kein Krieg, auch wenn ich mich an all das erinnern kann, ist es doch vorbei. Es war einmal und jetzt -nur der warme Sommerwind, die Lebewesen dieser Wiese und der Geruch der Blumen.


Ich bin angekommen.

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